Interview mit Bruce Barnbaum

26. September 2017
von Steffen Körber
4 Kommentare

Interview mit Bruce Barnbaum

Im Rahmen unserer Heidelberger Sommerschule der Fotografie hatten dieses Jahr zwölf Teilnehmer die Gelegenheit, Bruce Barnbaum und Alexander Ehhalt als Referenten zu erleben und von beiden zu lernen. Für mich, der den Workshop verlagsseitig betreute, war es eine Premiere, auf die ich mich schon lange gefreut hatte.


Der Workshop ging fünf Tage und beinhaltete Portfolio-Reviews, die traditionell als Highlight der Veranstaltung gelten. Jeweils zehn Bilder jedes Teilnehmers wurden dabei besprochen. Die einfach klingende Frage »What do you want to express with your pictures?« konfrontierte die Teilnehmer schnell mit ihrer ursprünglichen Motivation. Und sie bot einen Prüfstein dafür, ob die Fotos diesem Anspruch auch wirklich gerecht werden.


Für mich markierte die Frage den ersten von ­vielen Aha-Momenten in diesen fünf Tagen – und das, obwohl ich kein Teilnehmer war und deshalb auch keine eigenen Bilder vorstellte. Innerhalb der Portfolio-Reviews kam es zu interessanten Diskussionen mit vielen Anregungen und Verbesserungsvorschlägen, die den Teilnehmern neue Erkenntnissen über die eigenen Fotos, über die Fotografie im Allgemeinen sowie über sich als Fotografen verschaffte. In zwei abendlichen Sessions in der Heidelberger Altstadt und einer ganztätigen Exkursion im Schwarzwald konnten Erkentnnisse gleich in die Tat ­umgesetzt werden. Außerdem bot sich die Gelegenheit, den ­beiden Meistern über die Schulter zu schauen und auch in technischer Hinsicht zu lernen.

Für mich persönlich war aber nicht so sehr die technische, sondern vielmehr die grundsätzliche Herangehensweise interessant. Bruce Barnbaum nahm sich sehr viel Zeit, Motive zu erspähen, überlegte ganz genau und baute nur selten seine Kamera auf. Im Gegensatz zu mir verspürte er bei der Motivsuche auch keinerlei Hast und beruhigte mich mit den Worten: »Keep looking, you will find something«.


Wenn er schließlich etwas fand, das wert war, fotografiert zu werden, baute er seine sperrige Großformatkamera unerwartet schnell auf und stellte sie im Handumdrehen auf das Motiv ein. Das Licht, die Anordnung der Bildinhalte, alles war vorher bereits wohl überlegt. Das beindruckte mich ungemein. Inspirierend war aber auch vieles von dem, was er erzählte, darunter Anekdoten über seine Erlebnisse und Erkenntnisse, die er in mehr als 50 Jahren des Fotografierens gewann.

Es drängte sich geradezu auf, einiges davon in einem Video zu dokumentieren. Obwohl sich während des Workshops nicht viel Zeit bot, willigte Bruce Barnbaum ein, ein kurzes Interview zu führen. Wirklich kurz ist es nicht geworden, sehenswert aber durchaus.

Im Video erzählt Bruce Barnbaum etwa, wie er zur Fotografie kam und welche Rolle Ansel Adams dabei spielte. Außerdem erklärt er, was ein gutes Bild ausmacht und worin er den Unterschied zwischen analoger und digitaler Fotografie sieht.

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4 Kommentare:
  1. Vielen Dank für die Bereitstellung des Interviews. Sehr interessante Einsichten und Erlebnisse, da bekommt man tatsächlich Lust, einen Kurs mit ihm zu machen.

  2. es war ein Hochgenuss.
    So ein sympathischer Mensch, er sprach mir in Vielem aus der Seele.
    Da sollte ich gleich wieder die Bücher von Ansel Adams vor holen – oder doch lieber weiter an meinen Bildern „arbeiten“ 🙂
    Vielen Dank Steffen und Bruce!

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