Sinnvolle Einstellungen für die Fuji X-Pro2

29. Juni 2016
von Rico Pfirstinger
15 Kommentare

Sinnvolle Einstellungen für die Fuji X-Pro2

Eine der am häufigsten gestellten Fragen frischgebackener Benutzer ist die nach den optimalen Einstellungen für ihre neue Kamera. Die kurze Antwort: Es gibt keine. Gäbe es sie, hätte sich Fujifilm in der X-Pro2 viele Menüoptionen sparen und die Kamera stattdessen fest mit diesen optimalen Einstellungen ausliefern können. Natürlich ist diese kurze Antwort für Sie nicht befriedigend. Deshalb gibt es auch eine lange Antwort:

Ich kann Ihnen aus meiner praktischen Erfahrung mit Fuji X-Kameras und speziell der X-Pro2 sinnvolle Empfehlungen für Grundeinstellungen geben, die größtmögliche Performance und Flexibilität versprechen. Auf diese Einstellungsempfehlungen möchte ich hier kurz eingehen. Eine einzige perfekte Kameragrundeinstellung für alle Benutzer und Situationen gibt es nicht. Es gibt jedoch Erfahrungswerte und Zielvorstellungen. Die folgenden Einstellungen dienen nach meinem Dafürhalten dem Ziel, mit der Fuji X-Pro2 möglichst flexibel und mit maximaler Leistung arbeiten zu können.

Fuji-X-Pro2_RP

■ Verwenden Sie Auto-ISO, indem Sie das ISO-Einstellrad auf ›A‹ stellen und eine der drei verfügbaren Auto-ISO-Voreinstellungen (AUTO1–3) mit AUFNAHME-EINSTELLUNG > AUTM. ISO-EINST. auswählen, um Ihnen und Ihrer Fuji X-Pro2 mehr Spielraum für eine korrekte Belichtung und Signalverstärkung zu geben. Die jeweilige Auto-ISO-Feineinstellung können Sie anpassen, indem Sie die rechte Pfeiltaste drücken und anschließend passende Werte für STANDARDEMPFINDLICHKEIT (ich empfehle 200), MAX.EMPFINDLICHKEIT (ich empfehle 12800) und die MIN. VERSCHL. ZEIT eingeben. Keine Angst: Selbst an der Obergrenze von ISO 12800 können sich die Bildergebnisse des X-Trans-Sensors sehen lassen! Wenn Sie Auto-ISO verwenden, sollten Sie unter MIN. VERSCHL.ZEIT stets eine zum Motiv und zur gewählten Brennweite passende Mindestverschlusszeit einstellen. Eine beliebte Standardeinstellung der Kamera für die Auto-ISO-Mindestverschlusszeit ist 1/60 s, Sie können diesen Wert jedoch zwischen 1/4 s und 1/500 s beliebig ändern. Mit einem stabilisierten Objektiv (OIS) sind auch längere Verschlusszeiten ohne Verwackeln möglich. Bei bewegten Motiven wiederum bietet es sich an, die Mindestverschlusszeit zu verkürzen, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Meine persönlichen Einstellungen für die MIN. VERSCHL.ZEIT von AUTO1, AUTO2 und AUTO3 sind 1/60 s (Landschaft), 1/160 s (Porträts) und 1/500 s (Action).

■ Wählen Sie im Quick-Menü bzw. unter BILDQUALITÄTS-EINSTELLUNG > BILDQUALITÄT die Option FINE+RAW,  um hochauflösende JPEGs aus der Kamera (›digitale Bildabzüge‹) und gleichzeitig flexible RAW-Dateien (›digitale Negative‹) zu erhalten. Die RAW-Datei gibt Ihnen die Möglichkeit, in der Kamera mithilfe des eingebauten RAW-Konverters (WIEDERGABEMENÜ > RAW-KONVERTIERUNG) verschiedene JPEGs mit jeweils unterschiedlichen bzw. optimierten Einstellungen zu erzeugen. Dabei handelt es sich um sogenannte JPEG-Parameter wie Weißabgleich, Filmsimulation, Rauschunterdrückung oder Farbsättigung. Auf diese Weise können Sie von einer Aufnahme zum Beispiel eine farbige und eine schwarz-weiße Version mit jeweils unterschiedlichen Kontrasteinstellungen erzeugen. Und: Sie brauchen sich bei der Aufnahme selbst keine Gedanken über die ›perfekten‹ JPEG-Einstellungen zu machen, da Sie diese später mit dem eingebauten RAW-Konverter jederzeit verändern und optimieren können.

■ Die typische Grundeinstellung der Kamera ist Einzelbild-Autofokus (AF-S, wählen Sie hierzu ›S‹ vorne am Fokuswahlschalter) sowie EINZELBILD im DRIVE-Menü (DRIVE-Taste).

■ Die flexibelste Einstellung für den AF-S-Autofokus ist Einzelpunkt-AF (AF/MF-EINSTELLUNG > AF MODUS > EINZELPUNKT). Dieser Modus gestattet es Ihnen, den Bereich selbst festzulegen, auf den die Kamera scharfstellen soll. Hierzu verwenden Sie am besten den Fokus-Stick oder wählen AF/MF-EINSTELLUNG > FOKUSSIERBEREICH und selektieren mit den vier Richtungstasten (Pfeiltasten) anschließend eins von 77 oder 273 AF-Feldern, die in jeweils fünf verschiedenen Größen zur Verfügung stehen. Die Größe eines AF-Felds können Sie durch Drehen eines der beiden Einstellräder verändern. Durch Drücken (nicht Drehen) des hinteren Einstellrads gelangen Sie dabei direkt zur Standardfeldgröße zurück und durch Drücken der DISP/BACK-Taste springen Sie direkt zum mittleren AF-Feld. Drücken Sie OK oder tippen Sie den Auslöser kurz an, um Ihre AF-Feldauswahl zu bestätigen. Die Kamera stellt dann in den Modi AF-S und AF-C auf den von Ihnen ausgewählten Bereich scharf, sobald Sie den Auslöser halb durchdrücken.

■ Im Gegensatz zu den meisten Spiegelreflexkameras arbeitet die X-Pro2 mit einem hybriden Autofokussystem  – einer Mischung aus Kontrastdetektionsautofokus (CDAF) und Phasendetektionsautofokus (PDAF). Die Hauptlast trägt dabei der CDAF, der über die gesamte Sensorfläche zur Verfügung steht. Der schnellere PDAF deckt hingegen bloß die mittleren AF-Felder (etwa 40 % der Sensorfläche) ab und funktioniert nur unter hinreichend guten Lichtbedingungen. Beide AF-Methoden arbeiten am genauesten mit einem möglichst kleinen AF-Feld, kommen mit einem größeren AF-Feld jedoch schneller ans Ziel. Daraus leitet sich die Grundregel ab, das AF-Feld beim Einzelpunkt-AF so klein wie nötig und so groß wie möglich einzustellen.

■ Stellen Sie die X-Pro2 auf maximale Leistung ein und wählen Sie EINRICHTUNG > POWER MANAGEMENT > POWER MANAGEMENT > H-LEIST. Nur in diesem werksseitig ausgeschalteten Modus erreicht die X-Pro2 die von Fujifilm beworbenen Leistungsdaten, etwa die maximal mögliche Bildwiederholrate im EVF und die damit zusammenhängende größtmögliche AF-Performance. Die Kamera verbraucht im Hochleistungsmodus etwas mehr Energie, sodass Sie den Ratschlag, stets einen oder mehrere voll aufgeladene Ersatzakkus mitzuführen, beherzigen sollten.

■ Eine weitere Verbesserung der AF-Leistung ist mit der Einstellung AF/MF-EINSTELLUNG > PRE-AF > AN möglich. Pre-AF sorgt dafür, dass die Kamera auch dann fortwährend auf das Motiv unter dem gerade ausgewählten AF-Feld oder der ausgewählten Zone vorfokussiert, wenn Sie den Auslöser nicht halb durchdrücken. Dies kann im Moment des eigentlichen Fokussierens – wenn Sie den Auslöser schließlich halb durchdrücken – wertvolle Sekundenbruchteile sparen, führt jedoch zu einem erhöhten Energieverbrauch sowie zu permanenten Objektivgeräuschen. Deshalb verwende ich diese Einstellung nur in Ausnahmefällen.

■ Stellen Sie AF/MF-EINSTELLUNG > PRIO. AUSLÖSEN/FOKUS sowohl für AF-S als auch AF-C auf FOKUS. Dies stellt sicher, dass die Kamera nur dann ein Bild aufnimmt, wenn der Autofokus glaubt, ein Ziel gefunden zu haben. In der Einstellung AUSLÖSEN macht die X-Pro2 auch dann eine Aufnahme, wenn der Autofokus kein Ziel findet. Bitte beachten Sie, dass AF-S im Modus AF+MF stets mit Auslösepriorität operiert. Apropos: Meine empfohlene Grundeinstellung für AF/MF-EINSTELLUNG > AF+MF ist AN.

■ Wenn Sie mehrere Aufnahmen hintereinander in schneller Folge machen möchten, bietet es sich an, EINRICHTUNG > DISPLAY-EINSTELLUNG BILDVORSCHAU auf AUS zu stellen, um Ihren Arbeitsfluss nicht zu unterbrechen. Normalerweise verwende ich für die Bildvorschau jedoch die Einstellung 0,5 SEK, um nach jedem gemachten Bild eine kurze Einblendung des Bildergebnisses im Sucher oder auf dem Display zu sehen. Sie können die eingeblendete Bildvorschau jederzeit abbrechen und weiterfotografieren, indem Sie kurz den Auslöser antippen.

■ Wählen Sie für den Sucher (EVF) und den LCD-Bildschirm auf der Kamerarückseite mithilfe der DISP/BACK-Taste jeweils einen Anzeigemodus mit Informationseinblendungen. Nur dann stehen Ihnen wichtige Hilfsmittel wie die elektronische Wasserwaage, das Live-Histogramm und die elektronische Distanz- und Schärfentiefe-Anzeige zur Verfügung. Welche Elemente in der Anzeige genau erscheinen (oder nicht erscheinen) sollen, können Sie unter EINRICHTUNG > DISPLAY-EINSTELLUNG > DISPLAY EINSTELL. selbst festlegen, und zwar getrennt für den optischen Sucher (OVF) und den elektronischen Live-View (EVF/LCD). Auf jeden Fall sollten Sie hier unbedingt das Live-Histogramm auswählen. Ich persönlich kreuze hier sogar alle verfügbaren Optionen an. Bitte beachten Sie, dass Sie den Anzeigemodus für den Sucher und den LCD-Bildschirm jeweils getrennt auswählen müssen. Die DISP/BACK-Taste ändert nämlich immer nur den Anzeigemodus des gerade aktiven Bildschirms. Wenn Sie den Anzeigemodus des Suchers (EVF oder OVF) ändern möchten, muss also der Sucher aktiv sein, wenn Sie DISP/BACK drücken – etwa indem Sie bei aktiviertem Augensensor durch den Sucher schauen.

■ Benutzen Sie die VIEW MODE-Taste, um den Augensensor und damit die automatische Umschaltung zwischen Sucher (EVF/OVF) und LCD-Bildschirm zu aktivieren. Der alternative Modus NUR BILDSUCHER + AUGENSENSOR ist ein guter Energiesparmodus für Sucher-Fans, der die Handhabung der Kamera allerdings insofern erschwert, als der LCD-Bildschirm dann im Aufnahmemodus für Menüeinstellungen nicht mehr zur Verfügung steht.

■ Ich empfehle Ihnen MEHRFELD als Grundeinstellung für die Belichtungsmessung, da die ›intelligente‹ Matrixmessung in der Praxis meist für gute Ergebnisse ohne dramatischen Korrekturbedarf sorgt. Die anderen Modi SPOT, MITTEN-BETONT und INTEGRAL werden dadurch jedoch nicht überflüssig. Sie können den Modus für die Belichtungsmessung im Menü AUFNAHME-EINSTELLUNG unter AE-MESSUNG auswählen. Alternativ können Sie die Funktion auch einer Fn-Taste zuweisen oder im Quick-Menü einstellen. Werksseitig ist Fn3 mit dieser Funktion belegt.

■ Stellen Sie BILDQUALITÄTS-EINSTELLUNG > WEISSABGLEICH auf AUTO ein, um der Kamera die Ermittlung der passenden Farbtemperatur für Ihr Motiv zu überlassen. Da Sie mit FINE+RAW fotografieren, können Sie den Weißabgleich später jederzeit selbst anpassen – entweder in der Kamera mithilfe des eingebauten RAW-Konverters oder mit einem externen RAW-Konverter wie Adobe Lightroom. Oft liegt die Kamera mit AUTO aber schon goldrichtig – oder liefert zumindest einen guten Ausgangspunkt für weitere Anpassungen.

■ Wenn Sie es sich (zu) einfach machen wollen, wählen Sie BILDQUALITÄTS-EINSTELLUNG > DYNAMIKBEREICH > AUTO, um der X-Pro2 die Möglichkeit zu geben, den Dynamikumfang des Bildergebnisses bei Bedarf um eine Blendenstufe zu erhöhen. Die Kamera entscheidet in dieser Einstellung selbst, ob das Motiv normal mit DR100% oder mit einer Blendenstufe zusätzlicher Lichterdynamik (DR200%) aufgenommen wird. Bitte beachten Sie, dass DR400% (für zwei zusätzliche Blendenstufen Lichterdynamik) bei der Fuji X-Pro2 im automatischen Dynamikmodus nicht mehr zur Verfügung steht und stets manuell ausgewählt werden muss. Die erweiterte Lichterdynamik sorgt dafür, dass helle Bereiche Ihres Motivs (zum Beispiel Wolken an einem Sonnentag) nicht ausfressen, sondern ihre Struktur bewahren. Wenn Sie allerdings die Kontrolle über den Dynamikumfang Ihrer Bilder nicht an eine dumme Automatik abgeben möchten, die Ihre Gedanken bezüglich der angestrebten Bildwirkung naturgemäß nicht lesen kann, sollten Sie den Dynamikumfang (DR100%, DR200% oder DR400%) immer selbst einstellen. Als Grundeinstellung dient dann DR100%.

RP_Fuji-X-Pro2_DR400
Bei Nachtszenen mit großem Dynamikumfang empfiehlt sich eine feste Einstellung auf DR400%, um Farben und Zeichnung heller Lichter zu bewahren (Classic Chrome, DR400%).
RP_Fuji-X-Pro2_DR100
Andererseits gibt es kontrastreiche Situationen, in denen Sie die Belichtung auf die hellen Bildbereiche abstimmen möchten, um dunkle Partien bewusst absaufen zu lassen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, DR100% auszuwählen und auf die Lichter zu belichten (Velvia, DR100%).

■ Wenn Sie Fremdobjektive an Ihrer Fuji X-Pro2 betreiben möchten, müssen Sie entweder den Leica M-Adapter von Fujifilm verwenden oder EINRICHTUNG TASTEN/RAD-EINSTELLUNG > AUFN. OHNE OBJ. > AN auswählen. Die Kamera macht mit dieser Einstellung auch dann Fotos, wenn kein Objektiv angeschlossen ist oder sie kein solches erkennen kann, weil das Objektiv keine elektronischen X-Mount-Kontakte besitzt. Wenn Sie mit einem Fremdobjektiv arbeiten, sollten Sie dessen Brennweite außerdem in AUFNAHME-EINSTELLUNG > ADAPTEREINST. auswählen oder eintragen, damit die Brennweite später in den EXIF-Daten korrekt angezeigt wird.

■ Machen Sie hin und wieder Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten von mehreren Sekunden? In diesem Fall sollten Sie BILDQUALITÄTS-EINSTELLUNG > NR LANGZ. BELICHT. > AN einstellen, um die Qualität entsprechender Bildergebnisse zu verbessern. Die Kamera nimmt dann einen sogenannten Schwarzbildabzug vor, um Bildfehler wie Hot Pixel auszugleichen. Dadurch verdoppelt sich allerdings auch die Belichtungszeit, da die Kamera das Bild zweimal – einmal normal und einmal mit geschlossenem Verschluss – aufzeichnet und die beiden Ergebnisse verrechnet, ehe die RAW- und JPEG-Dateien erzeugt werden.

■ Es mag verlockend sein, die Helligkeit des elektronischen Suchers auf AUTO zu stellen, ich rate Ihnen jedoch davon ab. Die automatische Helligkeitsanpassung zeigt an sonnigen Tagen nämlich gerne ein unrealistisch helles und bei schwachem Licht ein unrealistisch dunkles Sucherbild. Deshalb stelle ich die EVF-Helligkeit lieber mit EINRICHTUNG > DISPLAY-EINSTELLUNG > EVF HELLIGKEIT > MANUELL auf den neutralen Wert 0 ein. Diesen Wert verwende ich auch für den rückwertigen LCD-Bildschirm.

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15 Kommentare:
  1. Hallo Herr Pfirstinger,
    vielen Dankf für diese Ratschläge und Empfehlungen. Da ich mich heute auf ein Ballett-Shooting unter ungünstigen Lichtverhältnissen vorbereite, kommen mir Ihre Einstellungsempfehlungen sehr gelegen. Auch freue ich mich schon auf das Erscheinen Ihres nächsten Buches über die „X-Pro2“. Besonders interessiert mich eine Empfehlung über die geeignete Einstellung bei Studio-Blitz-Aufnahmen.
    Viele Grüße
    Paul Jacob

  2. Moin Moin,
    ich hatte mich die letzten Jahre der Marke Sony verschrieben, allerdings leider zunehmend Probleme mit der NEX 7 und dem gleichgültigem Support. So habe ich mich nun dazu entschieden und mache den Systemwechsel, was leider mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist… Da kommen mit Ihre Tipps wie gerufen, herzlichen Dank!

  3. Lieber Rico,
    danke für die großartigen Tipps! Ich habe mir diese Kamera eigentlich als leichte Reisekamera gekauft. Nach einer Woche ausgiebigem Testens vielen hier vorgestellten „versteckten“ Einstellungen hat mich die X-Pro 2 komplett überzeugt und ich werde wohl nächste Saison als Hochzeitsfotograf Abschied nehmen von meinem klobigen DSLR-Equipment wie auch schon einige meiner Kollegen den Schritt vor mir gewagt haben. Dein Blog ist bei mir mittlerweile Pflichtlektüre, besser als jedes Handbuch und vor allem praxisorientiert.

    Beste Grüße aus Berlin,
    Alex

  4. Guten Tag Herr Pfirstinger

    Diese Kurzfassung bringt schon mal etwas, Ihr Buch 115 Profitipps zur X-Pro2 ist trotzdem unentbehrlich.
    Das Buch hilft die in der Gerbrauchsanweisung angegebenen Funktionen zu verstehen, es zeigt auf was passiert wenn ich was / wie einstelle.

    Freundliche Grüsse
    Fredel Beetschen

  5. Hallo

    und vielen Dank für die nützlichen Infos hier und andernorts, lese auch immer wieder gern Ihre Bücher zur X-Serie.

    Eine Frage zur ISO=200-Empfehlung:

    Um den DR400 auszuschöpfen benötigt man ja mindestens ISO800. Ist das dann die schlechtere Wahl zu Standard ISO=200 oder (eigentlich) egal?

    Und wenn die Kamera auf ISO-Automatik von 200 bis 12800 eingestellt ist, wird dann bei einem Bild, das mit 12800ISO aufgenommen ist, dennoch die zugehörige RAW-Datei erzeugt (ich bin mir nicht sicher, in ihrem Buch über die X-T10 gelesen zu haben, dass dann „nur“ als JPG gespeichert wird)? Andere Kamera, andere Möglichkeiten.

    Was ist überhaupt im (bei Fujifilm) aufwändig designten ISO-Rad noch für ein Sinn, außer der immerhin gesparten Nachbearbeitung der Belichtung. Persönlich finde ich es immer noch ganz praktisch. Ich bin aber auch mit DIN, ASA UND ISO quasi jahrzehntelang verheiratet und geknechtet gewesen 😉

    Ich benutze aktuell nur noch die X-T2

    1. ISO 200 / DR100 und ISO 800 / DR400 erzeugen bei ansonsten gleichen Einstellungen für Blende und Belichtungszeit dieselben RAW-Daten. Die X-Pro2 erzeugt auch bei Extended ISO RAW-Dateien, aber das wissen Sie ja bereits von der X-T2. Da X-Trans III wie viele aktuelle Kameras mit Sony-Sensoren mit Dual Gain operiert, hat das ISO-Rad durchaus noch einen Sinn.

  6. Erneut herzlichen Dank für die prompte Reaktion

    Das bedeutet, bei dem X-Trans III nehmen ISO200 und ISO800 unterschiedliche physikalische Wege und erzeuge dann aber die selben RAW-Daten? Na so hatten Sie es ja nicht geschrieben – da war ja noch der DR-Faktor dazwischen.
    Auf jeden Falle hab ich es jetzt so verstanden, dass es dann einen Unterschied macht, ob ich mit ISO200 oder ISO800 ablichte. Lässt sich das im Bild so nachvollziehen, dass ISO 200 etwas bessere Bildqualität erzeugt als ISO800? So würde man es sicher erwarten aber stimmt das auch?

    LG Doellcus

    1. Das RAW ist in beiden Fällen ISO 200, sonst wären die Daten ja nicht dieselben. Welches ISO das aus dem RAW entwickelte Ergebnis hat, hängt von der Bearbeitung ab, da ist das ISO 800 DR400% JPEG dann natürlich 2 Blendenstufen heller als das mit ISO 200 DR100%. In der Kamera entwickelt DR400% schließlich ISO 800 JPEGs aus dem RAW, die adaptives ISO zwischen 200 bei den Lichtern und 800 bei den Schatten enthalten. Wie man das Ganze in Lightroom oder einem anderen Konverter bearbeitet, ist dann eine andere Frage, da wird aus einem ISO-200-Bild auch locker mal eins mit effektiv ISO 6000 oder 8000 in den Schatten. Beispiele dafür gibt es verschiedene in meinen Beiträgen, Büchern und Workshops. Der ISOlose Sensor gibt das eben her, sodass man den Dynamikumfang entsprechend gut ausreizen kann.

      Da sich ISO-Angaben grundsätzlich nur auf die JPEGs und nie auf die RAWs beziehen, stellt sich die Frage nach dem ISO einer RAW-Datei ohnehin nicht wirklich. Da kann alles mögliche drin sein – entscheidend ist, wie stark das fertige Bild verstärkt wurde. Und das ist bei DR400% eben ein adaptives ISO zwischen mindestens 200 und 800, und weil man natürlich kein von-bis-ISO in die EXIFs schreiben kann, schreibt Fuji eben ehrlicherweise den schlechtesten Wert rein, der im Ergebnis vorkommt. Andere Hersteller wie Nikon handhaben das anders. Nikon etwas belügt den Benutzer systematisch und schreibt bei Active D-Lighting ISO 100 in die EXIFs, obwohl das JPEG in den Schatten auf ISO 320 verstärkt wurde. Ist ja nicht so, dass andere Hersteller keine DR-Funktionen hätten, die heißen dort nur anders und sind nicht so leistungsfähig.

      1. Hallo und Danke,

        man merkt schnell, dass es hier sehr komplex wird. 😉

        … gelegentlich vergleiche ich wehmütig den analogen Workflow mit dem digitalen und träume davon, wie wenig man erst mal beim Ablichten in den alten analogen Zeiten zu beachten brauchte und während man sich noch ganz verträumt an diese „gute alte Zeit“ erinnert, fallen einem dann doch die enormen Einschränkungen von damals wieder ein.

        Insofern geht für Fujifilm den richtigen Weg und bietet mir umfangreichste Möglichkeiten, mich auf die gestalterische Arbeit zu konzentrieren; die Technik erledigt im Hintergrund das Komplexe daran.

        1. Verglichen mit der „alten Zeit“ ist es eigentlich sehr unkompliziert. Früher musste man mit dem Spotmesser und dem Zonenmesssystem die Szene manuell einmessen und das verwendete Filmmaterial (für die ISOlose Fotografie war das meist Schwarzweißfilm) optimal an der Sättigungsgrenze belichten. Dann durfte man das Negativ beim Erstellen der Abzüge partiell abwedeln und nachbelichten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Ansel Adams, der Vorreiter der ISOlosen Fotografie im analogen Bereich, war darin besonders gut, aber die wenigsten Amateure konnten es ihm nachmachen, weil das Ganze eben sehr aufwändig war und eine eigene Dunkelkamera inkl. kompetentem Laboranten erforderte.

          Heute belichten wir bequem mit Live-View und Live-Histogramm, machen einfache digitale Testreihen, um die Sättigungsgrenze unserer Sensoren zu ermitteln und fotografieren dann entsprechend. Nicht einmal einen externen Belichtungsmesser brauchen wir mehr, Spiegellos sei Dank.

          1. Das ist wohl war: Allein der gewonnene Platz durch die nicht mehr notwendigen Farbkonversionsfilter, Farbtemperaturmesser, vom Gewicht und der gesparten Zeit ganz abgesehen, leben wir den Traum, quasi sofort ein gelungenes Bild mit einer beim Reifen der Bildidee noch ausgeschalteten Kamera zu schießen.
            Wobei ich Ihre Nomenklatur des „ISO-losen“ A.Adams sehr witzig finde 😉 Ich möchte nicht mehr zurück.

            Blickt man in die Zukunft, abgesehen von evtl. Fehlerkorrekturen in der Firmware, was fehlt uns noch in der Fotografie, wenn wir uns die X-Pro2/X-T2 anschauen? Optiken? ganz sicher. Andere Formate? (für mich sehr) unsicher. was sonst?

  7. Hallo,
    macht es Sinn, die Option NR LANGZ. BELICHT. dauerhaft auf AN zu belassen oder wirkt sie auch auf andere Belichtungsmodi als T und B? Das vergesse ich doch sonst immer AN und AUS zu schalten… 😉

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