Landschaftsfotografie (4) – Das Shooting

15. März 2013
von Gerhard Rossbach
2 Kommentare

Die Landschaftsfotografie ist nicht nur mit sehr viel Bewegung verbunden. Stärker als in vielen anderen Genres geht es hier auch um Planung, Vorbereitung und sehr viel Geduld…

Für den engagierten Amateur, für den Profi sowieso, gibt es zwei sehr unterschiedliche Arten von Fototouren. Da gibt es zum einen den Ausflug, bei dem die Kamera dabei ist und auch immer mal wieder ein Foto gemacht wird. Solche Spaziergänge dienen eher der Erholung und können bei jedem Wetter stattfinden, denn bei ihnen geht es primär um das Motive finden, um das Entdecken fotografisch interessanter Orte. Die dabei gefundenen Felsformationen, Waldschneisen, Bergzüge, Seen, Täler, einzelne Bäume oder Horizontlinien werden dann auf ihre fotografische Eignung geprüft, zur Erinnerung fotografiert und mit Notizen zur Himmelsrichtung sowie GPS-Koordinaten versehen. Bei bekannten Sehenswürdigkeiten der Natur kann dieser erste Ausflug auch durch eine entsprechende Recherche im Netz oder in Büchern ersetzt werden. Das ist meist bei Urlaubszielen der Fall, wenn Sie zum Beispiel den Grand Canyon, die Zugspitze, das Elbsandsteingebirge oder das Kliff von Dover bereisen.

Das richtige Fotografieren findet aber erst bei der eigentlichen Fototour statt. Wann diese stattfindet, ist dann von dem richtigen Wetter und dem passenden Licht abhängig. Landschaftsfotografen verfolgen deswegen ganz intensiv den jeweiligen lokalen Wetterbericht, ob sich eine geeignete Wetterlage ankündigt – zum Beispiel Schnee, blauer Himmel, Sturm oder malerische Schäfchenwolken. Aber auch bestimmte Tageszeiten bieten sich besonders an, weil dann das Licht besonders aufregend und fotografisch sehr reizvoll ist. Das sind meist die Zeiten vor und nach Sonnenauf- und -untergang.

Die eigentliche Fototour findet dann meist sehr kurzfristig statt, ist dafür jedoch sehr gezielt. Mit allem für das jeweilige Foto benötigten Equipment bricht der Fotograf rechtzeitig zu dem jeweiligen Ort auf, baut die Kamera samt Stativ auf – und wartet auf den richtigen Augenblick. Oft genug kommt dann die erhoffte Licht- oder Wolkensituation gar nicht zustande und der Fotograf muss unverrichteter weise wieder nach Hause zurückkehren – um es am nächsten oder einem anderen Tag erneut und immer wieder zu versuchen. Viel Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz sind also vonnöten. Mit etwas Glück werden Sie jedoch mit einer atemberaubenden Licht- und Wettersituation für Ihr Foto belohnt – eben weil Sie zu einer Zeit vor Ort war, an denen sich kein Gelegenheitslandschaftsfotograf draußen aufhalten würde.

Weitere Beiträge zum Thema:

Landschaftsfotografie 1: Die richtige Ausrüstung
Landschaftsfotografie 2: Die wichtigen Kameraeinstellungen
Landschaftsfotografie 3: Motivideen

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2 Kommentare:
  1. Toller Beitrag zum Thema Landschaftsfotografie !

    Hier noch ein paar gute Tipps für alle Landschaftsfotografen:

    Ich nutze immer einen zirkularen Polarfilter, wenn ich Landschaften fotografiere. Der Filter sorgt für eine schöne Bildsättigung und frischt die Farben des Bildes etwas auf. Bei der Postproduktion spiele ich dann häufig noch an dem Kontrast des Bildes herum um optimale Ergebnisse zu erzielen.

    Liebe Grüße,

    Christian

  2. Bei sehr hellen Szenerien hilft ein ND Graufilter die Helligkeit in den Griff zu bekommen.
    Für Wasser ist er ebenfalls zu empfehlen um schöne Fließgeschwindigket darstellen zu können.
    LG Anita

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