Fototipp der Woche: Kreise im Bild

23. Januar 2013
von Gerhard Rossbach
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Der Kreis ist die auffälligste aller Formen, es gibt keine andere Form und kaum ein anderes fotografisches Bildgestaltungsmittel, welches stärker die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht.

Kreise wirken auf den Betrachter geschlossen und auch verschlossen, unberührbar, vollkommen und stabil. In der unteren Bildhälfte platziert, wirken sie schwer und unbeweglich, in der oberen hingegen leichter und schwebend. Als volle Fläche »durchlöchern« sie ein Bild und saugen den Blick des Betrachters in sein Zentrum. Deswegen sollte ein rundes Objekt auf dem Bild immer ausreichend Details aufweisen, um dem Auge etwas zu tun zu geben und das ganze Bild zu tragen.

Seien Sie deshalb besonders vorsichtig, einen Kreis ganz auf dem Foto abzubilden. Denn im Extremfall zieht er den Blick vollständig auf sich und lenkt so von den anderen, ebenfalls wichtigen oder sogar wichtigeren Teilen Ihres Bildes ab. Schon oft hat zum Beispiel ein rundes Verkehrsschild im Hintergrund die ganze Bildkomposition zerstört, weil es mehr Aufmerksamkeit erhält, als das Hauptmotiv im Vordergrund.

Mit recht kleinen Kreisen können Sie den Blick des Betrachters jedoch auch gezielt anziehen und dann auf dem Bild weiterleiten, wenn Sie ein anderes, ebenfalls auffälliges Bildelement in seiner Nähe platzieren.

Ansonsten hilft vor allem ein Anschnitt an einer oder zwei Seiten, dem Kreis seine überragende optische Dominanz wenigstens zum Teil zu nehmen. Etwas abgemildert wird diese Wirkung auch, wenn es sich nicht um einen runden Kreis handelt, sondern um ein Oval, dass zwar immer noch sehr auffällig ist, dem Bild aber zusätzlich eine gewisse Dynamik verleiht.

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