Flüchtige Motive

23. September 2013
von Gerhard Rossbach
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Wer kennt das nicht – man ist unterwegs, sieht ein Motiv und weiß ganz genau, dass sich diese fotogene Situation in wenigen Sekunden vollständig aufgelöst haben wird. Und leider liegt die Kamera nicht schussbereit in der Hand, sondern muss erst noch aus der Tasche geholt und/oder angeschaltet und eingestellt werden…

Egal ob es sich um  Tiere, Menschen, eine besonderes Licht, eine Spiegelung oder eine kleine Szene in der Stadt handelt, es gibt immer wieder Motive, bei denen der Fotograf nur  Sekunden zur Verfügung hat, um sie einzufangen. Natürlich gibt es dafür kein sicheres Patentrezept, aber ein paar Tipps, um Ihre Ausbeute spürbar zu erhöhen.
Die sicherste Methode ist natürlich, die eigene Kamera blind zu beherrschen. Das braucht jede Menge Zeit und noch viel mehr Übung. Um das zu erreichen ist es sinnvoll immer dieselben Einstellungen zu nutzen: Wenn Sie immer dieselbe Belichtungsmethode und -messung, Fokussierung etc. nutzen, stellen sich die Erfahrungswerte viel schneller ein.
Konzentrieren Sie sich in dem Moment, in dem Sie das Motiv erkennen, ganz auf Ihre Kamera. Während Sie auf Ihr Motiv zugehen, während Sie die Kamera aus der Tasche holen überlegen Sie, welche Einstellungen Sie vermutlich als Letztes eingestellt hatten und welche Sie für die jeweilige Situation benötigen. Stellen Sie diese noch in der Bewegung ein. Zur Not kann dies auch ein passendes Motivprogramm sein.

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Wenn Sie am richtigen Standpunkt angekommen sind, nehmen Sie die Kamera hoch beziehungsweise ans Auge und konzentrieren sich sofort nur noch auf das Motiv. Fokussieren Sie und gestalten Sie das Bild instinktiv und aus dem Bauch heraus. Machen Sie dann zur Sicherheit als Erstes ein Bild, damit Sie Ihr Motiv auf jeden Fall einmal festgehalten haben – unabhängig davon, ob Sie tatsächlich alles vollkommen korrekt eingestellt haben. Ein prüfender Blick auf den Monitor und das Histogramm zeigt Ihnen dann, ob Sie mit der Belichtung komplett daneben oder richtig liegen. Im ersten Fall stellen Sie die Belichtung schnell nach und fotografieren erneut. Im zweiten Fall konzentrieren Sie sich ab der nächsten Aufnahme erneut und etwas intensiver auf Fokussierung, Bildgestaltung und den richtigen Moment. Durch die volle Konzentration auf jeweils einen Aspekt der Fotografie zeitgleich mit der Bewegung gewinnen Sie oft die Sekunden, die zwischen einem Foto und einer verpassten Gelegenheit unterscheiden.

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