Die Spotmessung richtig nutzen

06. Februar 2013
von Gerhard Rossbach
2 Kommentare

Bevor Sie mit dem Fotografieren loslegen und Blende, Zeit und ISO passend zu Ihrem Bild wählen, gilt es, die Belichtung zu messen. Leider scheuen viele Fotografen davor zurück, dafür die Spotmessmethode zu benutzen, dabei kann es ein sehr effektives Werkzeug sein – wenn man nur ein paar Kleinigkeiten berücksichtigt…

Mit der Spotmessung ziehen Sie nur einen sehr kleinen Teil des Bildes überhaupt zur Ermittlung der Helligkeit heran, alles andere fließt überhaupt nicht in die Messung mit ein. Meist handelt es sich um einen kleinen Kreis in der Mitte des Suchers oder Monitors, der zwischen zwei und fünf Prozent der Bildfläche umfasst. Damit können Sie sehr genau bestimmen, bei welchem Teil Ihres Bildes Sie die Helligkeit ermitteln wollen.
Klassischerweise wird eine Spotmessung immer dann eingesetzt, wenn sich das Hauptmotiv in seiner Helligkeit sehr stark von der Umgebung abhebt oder wenn Sie große helle oder dunkle Flächen oder sogar Lichtquellen mit im Bild haben. Denn diese würden bei den anderen beiden Messmethoden ebenfalls mit berücksichtigt werden und die Belichtung verfälschen.
Allerdings können Sie die Spotmessung auch bei allen anderen Motiven einsetzen. Der Vorteil dieser Messmethode ist, dass Ihre Kamera Ihnen hochpräzise für jeweils ein Bildelement die richtige Blende-Zeit-ISO-Kombination rückmeldet. Insbesondere wenn Sie manuell belichten, erhalten Sie so schnell viele Erfahrungswerte und können auch schwierige Lichtsituationen besser einschätzen.
Der Nachteil ist sicherlich, dass Sie sich sehr intensiv mit dem Thema Belichtungsmessung auseinandersetzen und genau wissen müssen, worauf Sie sinnvollerweise messen, um keine Fehlbelichtung zu produzieren. Denn bei einem so exakten Werkzeug reicht natürlich eine kleine Unachtsamkeit, ein kleiner Schwenk mit der Kamera und die Belichtungswerte sind vollständig andere.
Wenn Sie die Spotmessung zusammen mit einer der diversen Halb- oder Vollautomatiken Ihrer Kamera einsetzen, sollten Sie sich jedoch angewöhnen, ganz konsequent den Belichtungswertspeicher zu nutzen. Sonst messen Sie die Belichtung immer nur in der Bildmitte, während sich Ihr Hauptmotiv meist an einer anderen Stelle des Bildes befindet. Alternativ können Sie auch die Spotmessung an das jeweils aktive Autofokus-Messfeld Ihrer Kamera koppeln – sofern Ihre Kamera diese Funktion aufweist.

GB2744-05-V1

Aber denken Sie daran: Ihre Lichtmessung geht davon aus, dass der anvisierte Spot in etwa einem mittleren Grauwert, genauer gesagt 18% Grau entspricht. Messen Sie einen leicht dunkleren Punkt an und wollen ihn auch in der belichteten Aufnahme so darstellen, dann müssen Sie die Belichtung entsprechend etwas reduzieren, messen Sie hellere Spots an, dann geben Sie entsprechend etwas Belichtung zu.

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2 Kommentare:
  1. Hallo,
    früher habe ich bei allen analogen Spiegelreflexkameras darauf geachtet, das die Kamera eine Blendenautomatik und eine Spotbelichtungsmesser mit Messwertspeicher haben. Heute käme noch die Spotfokosierung mit Messwertspeicher dazu.

    Heute suche ich in mehrstufigen Menüs nach diesen einfachen Einstellungen und finde sie nicht. Habe eine Panasonic TZ101. In meinen Augen ein Müllhaufen mit Programierideen vorbei an den einfachen Bedürfnissen eines kreativen Fotografen.

    Kann derart einfache Anforderungen ohne Studium heute noch erwarten und wo….

  2. Vielen Dank für den Rat zur Verwendung der Spotmessung. Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Belichtungsdienst. Ich werde mich bei der Suche nach einem Belichtungsdienst sicher an die Verwendung der Spotmessung gewöhnen.

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