Die Horizontlinie (2)

02. September 2013
von Gerhard Rossbach
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Bei der Horizontlinie ist es nicht nur wichtig, wie dominant Sie das Bild teilt, sondern auch, wo das geschieht. Denn die Wirkung des Bildes können Sie allein durch die Position des Horizonts sehr stark beeinflussen.

Die Horizontlinie (Teil 2)

Wenn es darum geht, die Horizontlinie zu platzieren, scheint eine genau mittige Position (in der Vertikalen) bei vielen Fotografen die erste Wahl. Diese Position ermittelt extrem viel Ruhe und Ausgeglichenheit weil die sich daraus ergebenen Bildteile gleich groß sind. Doch schnell wirkt diese Bildgestaltung auch statisch, langweilig und unentschieden, da keine Gewichtung stattgefunden hat, welche Hälfte für die Bildaussage eigentlich die wichtigere ist. So weiß der Betrachter oft nicht, was das eigentliche Motiv des Bildes sein soll. Je nach Motiv sollten Sie sich entscheiden und dem wichtigeren Bereich auch mehr Raum geben – die Horizontlinie also entsprechend nach unten verschieben, wenn der Himmel das Hauptmotiv ist, und nach oben, wenn die Erde/das Wasser die wesentliche Bildinformation vermitteln soll.

Horizontlinie
Schon eine minimale Verschiebung führt zu einer Gewichtung der beiden Bildteile und einer entschiedeneren Bildaussage. Nahe der Mitte ist die Gesamtwirkung auch immer noch sehr ruhig und beinahe ausgeglichen. Näheren Sie sich dem Goldenen Schnitt, erreichen Sie sozusagen den Gipfel der Harmonie. Ein dort platzierter Horizont wirkt ideal, gewohnt. Ähnlich verhält es sich bei einer Drittelteilung, also einer Gewichtung in ein Teil Himmel und zwei Teile Erde/Wasser beziehungsweise andersherum.

Je näher Sie den Horizont an den Bildrand verlagern, desto spannungsreicher wirkt das Bild. Das Interesse des Betrachters wird verstärkt geweckt und die Gewichtung wird sehr deutlich hin zu einem eindeutigen Haupt- und einem Nebenmotiv.

Handelt es sich bei einem der beiden Bildteile um eine informationslose Fläche, trauen Sie sich ruhig, die Horizontlinie ganz nah an den Bildrand zu verschieben, um diesen Bereich zwar als solchen wirken, aber keinesfalls zu dominant werden zu lassen.

Mehr zum Thema Horizontlinie finden Sie im ersten Teil 

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