Die Horizontlinie (1)

02. September 2013
von Gerhard Rossbach
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Von allen Linien, die in einem Bild auftauchen können, ist die Horizontlinie wahrscheinlich die prominenteste. Es lohnt sich, sich mit dieser Linie auseinanderzusetzen und zu schauen, was es damit im Hinblick auf die Gestaltung eines Bildes  auf sich hat.

Die Horizontlinie (Teil 1)

GB2562-33-V1_FTDie Horizontlinie teilt Himmel und Erde voneinander beziehungsweise abstrakter ausgedrückt, sie teilt das Bild in der Vertikalen. Denn es muss nicht der echte Horizont im Bild auftauchen, um diese Wirkung zu erzeugen, auch zwischen Flächen sich ergebende dominant waagerecht verlaufende Linien könne die Wirkung eines Horizonts vermitteln. Die Horizontlinie sollte idealerweise gerade, also parallel zu den Bildrändern verlaufen. Für eine exakte Ausrichtung stehen in den meisten neueren Kameras Hilfsmittel wie einblendbare Wasserwaagen oder Gitternetzlinien zur Verfügung, sollte es Ihnen per Augenmaß schwer fallen. Arbeiten Sie mit einem Stativ, achten Sie darauf, dass die Kamera gerade fixiert wird. Hier hilft die kleine „Libelle“, also eine Wasserwaage am Stativ. Sobald die Horizontlinie schräg verläuft, wirkt dies extrem irritierend auf den Betrachter. Insbesondere bei Landschaftsaufnahmen, wo nicht Himmel und Erde, sondern Himmel und Wasserfläche aneinanderstoßen, wirkt eine Schräglage schnell, als würde das Gewässer auslaufen. Das ganze Bild wirkt schief und unsauber gestaltet. Gleichzeitig verleiht eine schräge Horizontlinie einem Bild außerordentlich viel Dynamik und einen hohen Aufmerksamkeitswert. Entscheiden Sie sich aber wenn schon, dann für eine richtig ordentliche Schräglage. Das verhindert auch, dass der Betrachter glaubt, der schiefe Horizont wäre ein Versehen. Stattdessen wirkt die Gestaltung gezielt und bewusst.

Hier geht es weiter mit Teil 2 zur Horizontlinie

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